Weinticker. KW 45/2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

nachdem nun ein Großteil der Ernte eingefahren wurde, ist es mal wieder Zeit für ein kurzes Resümee. Die Entsäuerung bleibt weiterhin ein großes Thema.

Mit "Kolloide als natürliche Weininhaltsstoffe und Zusatzstoffe" beschäftigen wir uns in Punkt 01.

Hier finden Sie Wissenswertes über die Gärverläufe des Jahrgangs 2008.

In Punkt 04 informieren wir Sie über die Rodungsprämie und die Prosecco-Regelung in Italien! Und in Punkt 05 folgt ein kurzer Abriss über die Ertragsmengen in Deutschland.

RTK-Kompromiss! Hier geht es zu den Fakten.

In unserer Rubrik Interessante Links zum Thema Wein finden Sie diesmal einen Link zu einer "Weinsuchmaschine".

Bei Fragen, Anregungen oder Kommentaren können Sie uns gerne eine E-Mail an news@begerow.com senden.

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihr BEGEROW-Branchenteam Wein

01

Kolloide als natürliche Weininhaltsstoffe und Zusatz-stoffe – Die Risiken und Chance für den Jahrgang 2008

Sie fallen meist nicht direkt ins Auge, dennoch hat jeder Winzer ständig bei der Weinherstellung mit ihnen zu tun. Gemeint sind die sog. Kolloide des Weines, deren Verhalten und deren Eigenschaften bis in die heutige Zeit nur ansatzweise gedeutet worden sind. Es gibt einerseits Kolloide als Behandlungsstoff (technischer Hilfsstoff), die aus dem Wein entfernt werden und andererseits Kolloide die als Zusatzstoffe im Wein verbleiben und eine technologische Wirkung entfalten...

02

Aus den Gebieten

Die Haupterntezeit ist beendet. In den Gebieten Nahe, Mosel und Rheingau werden noch kleinere Parzellen an Riesling abgeerntet. Bei Mostgewichten zwischen 80 – 90 ° Oe sind dennoch passable Werte für die Rebsorte Riesling erzielt worden, allerdings sind die Säurewerte letztlich doch recht hoch geblieben, sodass im Most noch 11 – 14 g/l Gesamtsäure analysiert wurden. Die niedrigen pH-Werte sorgten in diesem Jahr für eine saubere, mikrobiologisch unproblematische Gärung. Die ersten Jungweine des Jahrgangs 2008 präsentieren sich als fruchtig, zum Teil aber auch spitz in der Säure. Die Entsäuerung bleibt deshalb auch im Jungweinbereich ein Thema...

03

Gärverläufe – Jahrgang 2008

Bisher gibt es vereinzelte Rückmeldungen von Gärschwierigkeiten in den Betrieben. Die Gärung läuft in der Regel langsam und relativ unproblematisch, jedoch kann es in Einzelfällen zu Gärstörungen kommen. Eine regelmäßige, tägliche Kontrolle von Mostgewichtsabnahme und Gärtemperatur bei „Problemgärern“ ist unabdingbar um eine schnelle Entscheidung treffen zu können...

04

Rodungs-Tsunami und die Prosecco-Regelungen in Italien

In Italien sind beim Ministerium in Rom überdurchschnittlich viele Anträge auf Rodung von Rebflächen eingegangen. In der Summe sind es mehr als 90.000 Hektar Rebfläche, die vor allem in Sizilien, Apulien, der Emilia-Romagna, dem Latium, den Abruzzen und sogar den Marken gerodet werden könnten. Das hängt natürlich in erster Linie von den Rodungsprämien ab, die vom Ministerium in Rom im kommenden Jahr gezahlt werden...

05

Ernte nach Maß in Deutschland

Die Weinernte in Deutschland ist bis auf wenige Lagen und Spezialitäten abgeschlossen. Die Erzeuger äußern sich insgesamt positiv zur geernteten Qualität und zur Menge. Das deutsche Weininstitut schätzt auf Basis einer Umfrage in allen deutschen Anbaugebieten die Gesamtmenge auf 10 bis 10,5 Mio. Hektoliter. Die Ernte dürfte damit fast punktgenau auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Angesichts der guten Absatzentwicklung deutscher Weine im In- und Ausland sei die zu erwartende Weinmenge und die Qualität des Jahrgangs absolut marktgerecht, bewertet die DWI-Geschäftsführerin Monika Reule in der aktuellen Pressemitteilung den Jahrgang 2008.

Entsprechend den Rebflächenanteilen entfällt der Großteil der Ernte auf folgende Anbaugebiete: Rheinhessen (2,9 bis 3,0 Mio. hl), Pfalz (2,4 Mio. hl), Baden (1,4 Mio. hl), Württemberg (1,15 Mio. hl), Mosel (0,95 Mio. hl), Nahe (0,45 Mio. hl) und Franken

(0,44 Mill. hl).

06

RTK - Kompromiss

Nach der positiven Entscheidung im Bundestagsplenum hinsichtlich der Fördermittel für RTK auf Bundesebene hat es dazu weitere Diskussionen zwischen den Koalitionspartnern CDU und SPD gegeben, an deren Ende sich eine Kompromissformel der Subventionierung von RTK in einer Gesamthöhe von 4 Mill. Euro abzeichnet. Mit dieser Einigung dürften nun aber zumindest alle weiteren Diskussionen hinfällig sein und die Umsetzung des entsprechenden Gesetzes problemlos erfolgen.

Die Kürzung der ohnehin zu geringen Beihilfemittel ist mehr als unerfreulich und offenbart durchaus Rückschlüsse auf die Denkweise einiger politisch Verantwortlicher gegenüber den großen Weinherstellern. Bleibt zu hoffen, dass die Verwendung von RTK in 2008/09 nur in überschaubarem Umfang erfolgt, sodass der angedachte halbierte Beihilfesatz in Höhe von ca. 1,00 €/je %vol/hl (bisher 2,206 €) nicht noch repartiert werden muss.

07

Interessante Links zum Thema Wein

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