Vom Nützling zum Schädling – der asiatische Marienkäfer!
Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) hat sich seit ungefähr zehn Jahren in Deutschland fest etabliert. Ursprünglich war der Asiatische Marienkäfer in China beheimatet und nur in Ostasien verbreitet. Als gefräßiger Blattlausräuber wurde er erstmals in Europa 1982 in Süd-Frankreich eingesetzt. In nahezu ganz Europa ist er vertreten und gewinnt in pflanzenbaulichen Kulturen immer mehr an Bedeutung. Manche Kulturen profitieren von dem Käfer als nützlicher Blattlausvertilger. Für andere stellt die Art eine potenzielle Bedrohung dar.
Seit 2002 kommt es auch in Deutschland verbreitet zu Massenvermehrungen. Der „Vetter aus Fernost“ ist etwas größer als der beliebte heimische 7-Punkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) und verfügt über eine erstaunliche Formenvielfalt. Sein Nahrungsangebot umfasst neben Blattflöhen und Gallenläusen auch Schildläuse. Im Jahr 2007 konnte der Asiatische Marienkäfer innerhalb der deutschen Weinbaugebiete registriert werden und im Herbst 2009 wurde beobachtet, dass vorwiegend ungespritzte, vorgeschädigte Trauben von ihm angefressen wurden. Gesundes Lesegut, so scheint es, ist für den Asiatischen Marienkäfer nicht attraktiv. Halten sich nun die Käfer während der Verarbeitung in den Trauben auf, so können vom Asiatischen Käfer Schrecksubstanzen abgesondert werden. Dabei handelt es sich vor allem um 2-Isoproply-3-Methoxypyrazin (IPMP). Die Substanzkonzentration liegt beim Asiatischen Marienkäfer 100-fach höher als bei dem einheimischen 7-Punkt-Marienkäfer. Aus amerikanischen Studien ist bereits belegt, dass die ausgeschiedene Schrecksubstanz des Asiatischen Marienkäfers zu Fehltönen wie „grünes Gemüse“ und „angebrannter Erdnussbutter“ führen. Die geruchlichen und geschmacklichen Schwellenwerte, ermittelt am Julius-Kühn-Institut (JKI), von IPMP im Wein liegen bei 2 ng/l für Riesling und 1 ng/l bei Spätburgunder. Diese Schwellenwerte korrespondieren mit etwa zwei bis vier Asiatischen Marienkäfern pro Kilogramm Trauben.
Im Weinbau stehen zur Zeit zur Bekämpfung des Asiatischen Marienkäfers keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Winzer sollten bei der Lese darauf achten, dass keine Käfer ins Lesegut gelangen. In den Rebanlagen, in denen der Vollernter eingesetzt werden, ist bei einer Überschreitung der Schadschwelle von zwei Käfern pro Kilogramm Trauben, eine Vorlese sinnvoll.

Bildquelle:
Asiatische Marienkäfer - Formenvielfalt: http://www.ambitec.de/images/harmonia-axyridis.jpg
7-Punkt-Marienkäfer: http://www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB//show/1172694_l1/WBI_Bild_Marienkfer.jpg


